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Unsere Projekte

Initiative FünfSechs des VPAK e.V.

Logo Projekt FünfSechs
Logo VPAK e.V.

Schwierigkeiten von Schülern mit Migrationshintergrund machen sich oft daran fest, dass sie Deutsch als Zweitsprache nicht hinreichend beherrschen. Hier setzt die Förderung des Projekts FünfSechs des VPAK e.V. an: Spielerisch-anleitende Materialien, die Einbindung künftiger Lehrer und ein motivierendes und zielorientiertes Gesamtkonzept sowie die geplante Anwendbarkeit durch interessierte Schulen machen das Förderprojekt besonders nachhaltig.

Unter www.vpak.de erhalten Sie weitere Informationen über VPAK e.V. und die von uns unterstützte Initiative.

Informationen aus dem Projekt

COLLEGIUM Förderstiftung fördert Sprachbildung bei mehrsprachigen Kindern

Mit phantasiereichen Holzbildern sagen die Kinder Danke für die Begleitung beim Erlernen von Deutsch als Zweitsprache

Ein besonderes Geschenk erreichte die Stiftung: mit dieser Holzcollage und den ebenso individuellen wie einfallsreichen Bildern drücken die Kinder ihre Freude darüber aus, dass die Förderung der Stiftung Ihnen den Weg ins deutschsprachige Leben zusätzlich erleichtert.

Das Projekt FünfSechs betreut aktuell 58 Schüler, die in 15 Gruppen von 18 Lehramtsstudenten an zwei bis drei Nachmittagen in der Woche Förderunterricht in Deutsch bekommen. Das Ganze wird fachlich, motivational und wissenschaftlich koordiniert von Kristina Urbanovic als Projektleiterin, die auch die Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück pflegt.

Holzcollage als Geschenk für die COLLEGIUM Förderstiftung

Internview mit Frau Urbanovic, Leiterin des Projektes "FünfSechs"

Frau Urbanovic, die Leiterin des Projektes FünfSechs

Das Projekt befindet sich in Trägerschaft des Vereines zur pädagogischen Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK) und fördert Fünft- und Sechstklässler mit Migrationshintergrund. Durch den zusätzlichen Deutschunterricht mit dem Schwerpunkt "Deutsch als Zweitsprache" (DaZ) und Hausaufgabenhilfe werden die Kinder für schulische Anforderungen gestärkt.

Frau Urbanovic, die Leiterin des Projektes, beantwortet einige Fragen zur Arbeit im Projekt:

Was macht Ihr Projekt besonders?

"Der Schulunterricht ist auf muttersprachliche Kinder mit guten Sprachkenntnissen ausgerichtet und vermittelt wenige Grundlagen in Bezug auf Unterrichtssprache, die sich deutlich von der Alltagssprache abhebt. Das muttersprachliche Sprachniveau wird vorausgesetzt. Im Gegensatz dazu bietet unser Projekt DaZ-Unterricht an, der sich mit den sprachlichen Grundlagen beschäftigt, damit den mehrsprachigen Kindern die Chancengleichheit in der Bildung gewährleistet wird. Schülerhilfen, die sich auf dieses spezielle Klientel spezialisieren, gibt es kaum."

Warum diese Altersgruppe?

"Der Übergang Grundschule/Sekundarbereich bedeutet für alle Kinder eine große Umstellung und ist oft sehr schwer. Mehrsprachige Kinder benötigen noch mehr Unterstützung, um diesen Übergang in der Schule erfolgreich zu meistern."

Wie messen Sie den Erfolg Ihres Projektes?

"Alle 60 Plätze sind immer besetzt und manche Familien setzen ihre Kinder schon am Anfang der vierten Klasse auf die Warteliste für die fünfte Klasse, um sicher einen Platz bei uns zu bekommen. Wir machen keine Werbung für das Projekt. Alles funktioniert durch die Mundpropaganda."

"FünfSechs", Projekt für Fünft- und Sechstklässler mit Migrationshintergrund
"FünfSechs", Projekt für Fünft- und Sechstklässler mit Migrationshintergrund

Was sagen die Kinder über das Projekt?

Ömer, 5. Klasse
"Wir lernen in Gruppen in einem Raum. In der Gruppe sind vier Kinder und wir haben einen Lehrer. Ich habe hier Deutschunterricht und kann meine Hausaufgaben machen."

Eylem, 5. Klasse
"Eine gute Hausaufgabenhilfe. Deswegen konnte ich von der Hauptschule auf die Realschule wechseln. Vorher hatte ich nur Dreien und Vieren, jetzt sind die Noten viel besser. Hier macht es Spaß zu lernen."

Mert, 6. Klasse
"Man kann hier gut lernen. Man versteht gut, was die Lehrer erklären. Ich würde das Projekt anderen Kindern empfehlen."

Anastasia, 5. Klasse
"Wir lernen im Projekt viel Grammatik und bereiten uns auf die Schule vor. Ich bekomme noch Mathenachhilfe. Ich komme dreimal die Woche hierhin. Freunde habe ich hier auch."

Interview mit einer Fachlehrerin: „Systematische Vorgehensweise mit spielerischen Elementen bringt Erfolg“

Projektleiterin Kristina Urbanovic im Gespräch mit Natalie Dillmann, Fachlehrerin für Deutsch und Geschichte an der Alexanderschule Wallenhorst (Hauptschule). Frau Dillmann setzte die von der Stiftung geförderten Materialien „Auf Reisen mit Tempus und Kausa“ in ihrer 5. Klasse ein und berichtet über ihre Erfahrungen.

Frau Dillmann und Frau Urbanovic im Gespräch
Frau Dillmann und Frau Urbanovic im Gespräch

Urbanovic: Frau Dillman, wie lange haben sich Ihre Schüler/-innen mit den Materialien beschäftigt?
Dillmann: Infos vorab: Wir haben das Thema „Märchen“ zuerst nach dem Lehrplan bearbeitet, was 5 Wochen gedauert hat. Die Kinder haben ein Märchen (im folgenden als „der erste Aufsatz“ genannt) geschrieben, das benotet wurde. Danach haben wir mit Ihrem Material gearbeitet. Das hat ca. 5 Wochen gedauert. Am Ende haben wir dann noch ein Märchen (im folgenden als „zweiter Aufsatz“ erwähnt) geschrieben, das als Vergleich dienen soll.

Urbanovic: Was waren Ihre Überlegungen, die Materialien in Ihrem Deutschunterricht einzusetzen?
Dillmann: In erster Linie ist unser Thema – Märchen im Deutschunterricht. Das bot sich dann ganz gut an. Wenn man den ersten Aufsatz liest, dann merkt man, dass die Kinder darin schon ziemlich wenige Nebensätze benutzen, vielleicht einen oder zwei. Deswegen war das gut, einen etwas anderen Schwerpunkt zu setzen, als man den sonst im Rahmen dieses Themas hat. Man beachtet ja in den üblichen Materialien zum Thema Märchen die Grammatik nicht. Wenn man in unserem Lehrbuch blättert, dann findet man vielleicht eine Übung zu Verben, sonst nichts. Mit dem etwas komplexeren Satzbau beschäftigt sich unser Buch nicht. Auch im Rahmen anderer Aufsatzarten nicht. Und das ist der Punkt, der diese Materialien von den anderen unterscheidet.

Urbanovic: War eine Ihrer Überlegungen beim Einsatz der Materialien, auch DaZ-Förderung im Regelunterricht zu betreiben?
Dillmann: Ja und nein. Ich habe in meiner Klasse ziemlich viele Kinder, die Migrationshintergrund aufweisen, aber auch ganz viele monolinguale Kinder, die sprachlich schwach sind. Ich habe auch Inklusionskinder. Die Beschäftigung mit den Materialien hat allen etwas gebracht. Es geht nicht nur um Kinder mit Migrationshintergrund. Es geht um Förderung von Kindern, die Sprachdefizite haben.

Urbanovic: Was  waren Ihre Erwartungen?
Dillmann: Dass die Kinder eine komplexere Syntax (Satzbau) verwenden, wenn sie Märchen schreiben.

Urbanovic: Wie waren die Erfahrungen? Was ist gut gelungen, was nicht?
Dillmann: Sie waren sehr gut. Den Kindern hat es viel Spaß gemacht. Die Materialien sind sehr anschaulich. Viele Bilder. Bunt. Teilweise, wenn es ein bisschen schwieriger wurde, musste man die Kinder motivieren. Die Materialien haben ja ein ziemlich hohes Sprachniveau, das man von den Lehrwerken für die Hauptschule nicht kennt! Die Kinder konnten ziemlich schnell die Sätze bilden, aber der Tempuswechsel (Plusquamperfekt) war für sie schwer. Ich musste mehrmals erklären. Also musste man den Stoff immer wieder mit den Kindern gemeinsam erarbeiten, weil die Anforderungen so hoch waren. Viel an der Tafel, viele Gruppenarbeiten. Wir versuchen bei uns an der Schule, dass die Kinder lernen selbständig zu arbeiten, aber die Ergebnisse sind zumindest bei mir in der Klasse besser, wenn wir es gemeinsam Schritt für Schritt erarbeiten. Und nicht nur in Bezug auf dieses Thema. Ich finde es persönlich wichtig, dass man die Kinder stark anleitet. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Einsatz der Materialien für die Lehrkräfte, die viel Wert auf selbständiges Arbeiten im Unterricht legen, bedenklich sein könnte. Der Zwischentest, der im Heft nach der ersten Einheit vorkommt, war für meine Hauptschüler/-innen zuerst schwer, weil da viele Fachbegriffe vorkommen. Aber durch die intensive Beschäftigung damit haben sie die Begriffe auch gelernt. Ist nicht verkehrt. Ich betrachte das hohe Sprachniveau der Materialien als etwas Positives.

Urbanovic: Was möchten Sie noch erwähnen, was die Arbeit mit dem Material angeht?
Dillmann: Es enthält viele spielerische Elemente. Das war ein Highlight für die Kinder, als sie die Sätze herausschneiden mussten und dann neue Sätze gebildet haben. Es waren auch Quatschsätze dabei. Ihnen hat es wirklich viel Spaß gemacht. Das Spiel, das am Ende kam, war auch sehr gut.

Urbanovic: Wenn ich das Material irgendwo vorstelle, sagen viele Lehrkräfte, dass das Abschlussspiel sehr anspruchsvoll sei. Ist es trotzdem gut gelungen, das Spiel zu spielen?
Dillmann: Am Anfang, bevor wir  uns mit dem Thema auseinandergesetzt haben, wäre es nicht möglich gewesen, das Spiel zu spielen, weil die Sätze, die gebildet werden müssen, schon sehr komplex sind. Aber am Ende konnten das die Kinder sehr gut. Durch das intensive Lernen eben.

Urbanovic: Würden Sie die Materialien noch mal einsetzen und Ihren Kollegen/Kolleginnen empfehlen?
Dillmann: Auf jeden Fall!

Urbanovic: Das freut uns natürlich. Es ist geplant, die Arbeit mit den Materialien zu evaluieren. Aus diesem Grund haben wir Sie gebeten, dass die Kinder einen Vergleichsaufsatz schreiben. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten. Danke noch mal!

Informationen über das Sprachförderungspaket

VPAK Infoblatt zum Förderprogramm

Mit diesem Infoblatt können sich interessierte Schulen und Lehrer über das Sprachförderungs­paket „Auf Reisen mit Tempus und Kausa“ informieren:

…zum PDF Download

Aktuelles und Berichte rund um das Projekt FünfSechs

Im Laufe des Jahres 2012 wurden zusammen mit den Schülern anschauliche Lehr- und Unterrichtsmaterialien erarbeitet, die in 2013 in Einsatz kommen wollen. Auch beim Bekanntmachen der Unterlagen in interessierten Schulen wird die COLLEGIUM Förderstiftung das Projekt weiter unterstützen.

COLLEGIUM Förderstiftung unterstützt Initiative FünfSechs des VPAK e.V.

Spende der COLLEGIUM Förderstiftung

NOZ - Spende der COLLEGIUM-Förderstiftung an den Verein zur pädagogischen Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK)

Junge Migranten werden in Deutsch fit gemacht - Spende der COLLEGIUM Förderstiftung an den Verein zur pädagogischen Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK)

Neue Osnabrücker Zeitung, 2. April 2012

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Märchen-Projekt mit Modellcharakter

Osnabrücker Nachrichten - Spende der COLLEGIUM-Förderstiftung an den Verein zur pädagogischen Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK)

Unter dem Motto "Wege fürs Leben" fördert die COLLEGIUM Förderstiftung (OS) seit zwei Jahren vor allem Projekte zur Bildung von Kindern und Jugendlichen...

Osnabrücker Nachrichten, 1. April 2012

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